Einfach die KI fragen – Müssen wir gar nicht mehr selbst lernen?

von Karsten Agten

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Ein Freund fragt mich, ob ich ihm ein paar Ideen zu seiner Bachelor-Aufgabe geben kann. Die Aufgabe seines Dozenten lautete: „Der Status der IT-Aufbau-Organisation.“ Klar – ich frage mal ChatGPT und aus der Antwort leite ich ab, dass es bei der Frage sicher um Trends wie Cloud, Managed IT- und Managed Security Services gehen könnte. Da ist mein Kenntnisstand sicher gut und ich könnte als Interview-Partner dienen. 

In meinem ChatGPT-Verlauf finden sich Fragen wie – was ist zu tun wenn der IT-Dienstleister das Online-Backup seines Kunden löscht? Wie beschreibe ich einen kaufmännischen Prozess? 

Da stellt sich vielleicht die Frage, ob wir selbst noch lernen müssen? Ersetzen KI-Apps das eigene Lernen? 

Die Antwort ist eindeutig NEIN. ChatGPT gibt Impulse, gibt sehr schnell einen Überblick über das gefragte Thema und strukturiert es. Aber Auskennen, auf Wissen und Erfahrung zurückgreifen, muss sich der Fragesteller selbst. Zum einen irrt die KI gelegentlich, zum anderen muss man die Antwort selbst verstehen, wenn sie verwertet werden soll. Die Frage oder Bitte an ChatGPT zur IT-Aufbau-Organisation lautete zunächst „gebe mir ein Beispiel für eine IT-Aufbau-Organisation.“ Die Antwort war eine klare Struktur von der IT-Leitung (Management) bis zum Helpdesk. Meine Antwort an den Freund wäre nicht möglich gewesen, wenn ich kein Wissen in dem Thema hätte. 

Fragen wir doch einmal ChatGPT: 

**ChatGPT: Einfach die KI fragen – Brauchen wir dann überhaupt noch zu lernen?** 

In einer Welt, in der künstliche Intelligenz (KI) zunehmend Aufgaben übernimmt, die früher menschliches Wissen und Können erforderten, stellen viele die berechtigte Frage: Müssen wir eigentlich noch selbst lernen, wenn Maschinen und Programme wie ChatGPT uns die Arbeit abnehmen können? 

Auf den ersten Blick scheint es verlockend: Warum sollte man Stunden damit verbringen, eine neue Sprache zu lernen, wenn Übersetzungssoftware dies in Sekundenschnelle kann? Warum sich in komplexe mathematische Theorien vertiefen, wenn ein Algorithmus die Lösung für uns findet? Die Antwort ist vielschichtig und betrifft sowohl die individuelle Entwicklung als auch gesellschaftliche Aspekte. 

Persönliche Entwicklung und kreatives Denken 

Erstens, Lernen ist mehr als nur die Aneignung von Wissen. Es ist ein Prozess, der kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeiten und Kreativität fördert. Diese Fähigkeiten sind essenziell, um in einer sich schnell wandelnden Welt anzupassen und innovative Lösungen für neue Probleme zu finden. KI kann Informationen liefern, aber die kreative Anwendung dieser Informationen bleibt eine menschliche Domäne. 

Emotionale Intelligenz und zwischenmenschliche Fähigkeiten 

Zweitens, Lernen beinhaltet auch die Entwicklung von emotionaler Intelligenz und zwischenmenschlichen Fähigkeiten. Empathie, Teamarbeit und Führungsqualitäten sind in vielen Berufsfeldern unerlässlich und können nicht durch KI ersetzt werden. Diese Kompetenzen werden durch Erfahrungen und soziale Interaktion, nicht durch das bloße Konsumieren von Informationen, erworben. 

Anpassung an den technologischen Wandel 

Drittens erfordert der technologische Fortschritt eine ständige Anpassung und Weiterbildung. Während KI bestimmte Aufgaben übernehmen kann, entstehen gleichzeitig neue Berufsfelder und Tätigkeiten, die ein tiefes Verständnis der zugrunde liegenden Technologien und die Fähigkeit, diese kreativ einzusetzen, verlangen. Das lebenslange Lernen wird daher immer wichtiger, um beruflich relevant zu bleiben. 

Die Rolle der KI als Lernunterstützung 

Statt das Lernen zu ersetzen, sollte KI vielmehr als Werkzeug betrachtet werden, das den Lernprozess unterstützt und bereichert. Sie kann uns helfen, schneller auf Informationen zuzugreifen, komplexe Konzepte zu visualisieren und personalisierte Lernwege zu erstellen. Indem wir lernen, mit KI zu arbeiten, können wir ihre Potenziale voll ausschöpfen, ohne dabei die Bedeutung menschlicher Fähigkeiten zu vernachlässigen. 

Fazit 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Notwendigkeit zu lernen in einer von KI geprägten Welt nicht abnimmt, sondern sich vielmehr verändert. Es geht nicht darum, ob wir lernen müssen, sondern wie wir lernen und welche Fähigkeiten wir entwickeln. In der Kombination menschlicher Kreativität und emotionaler Intelligenz mit der Rechenkraft und Effizienz von KI liegt das größte Potenzial für individuelle und gesellschaftliche Fortschritte. 

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